Split-CD: Hävoc Ünit + andOceans + The Sin:Decay - Synaesthesia - The Requiem Reveries
2008 Vendlus Records [VEND19]
1. Hävoc Ünit - with discipline upon mankind
2. Hävoc Ünit - regime equinox (no Xivic rmx)
3. Hävoc Ünit - mvsn (ATYD rmx)
4. andOceans - yerushalayim Erez haQodes
5. andOceans - tophet (Niko Skorpio rmx)
6. ha-Shoah (ATYD rmx)
7. The Sin:Decay - we are all slaves
8. The Sin:Decay - celestial revulsion
9. The Sin:Decay - c76i8k76
Die ehemals als ...and Oceans und für melodischen Black Metal (später Elektro-Metal) bekannte Band aus Finnland präsentiert auf dieser Split-CD ihre neuen Gesichter. Namentlich Hävoc Ünit (inzwischen Havoc Unit), andOceans und The Sin:Decay. Die Zeit ist nicht stehen geblieben und auch wenn manch einer mit einem weinenden Auge auf Werke wie The Dynamic Gallery Of Thoughts zurück blickt: die Entwicklung und die mannigfaltigen musikalischen Manifestationen ist sehr beachtlich. Die Jungs haben viel versucht und experimentiert und auch wenn nicht alles dem persönlichen Geschmack entspricht, so kann man doch guten Gewissens behaupten, dass sie nie schlechte Musik gemacht haben.
Hävoc Ünit präsentieren with discipline upon mankind, ein industriell produzierter Song mit etlichen Samples. Gehobenes Tempo mit elektronischem Einschlag, dennoch "brutal" genug um Durchschlagskraft zu haben. Klingt irgendwie wie eine Mischung aus Die Krupps mit der Filmsamplerleidenschaft eines Rob Zombie und einem Schuss Ministry. Trotz dieser Vergleiche aber absolut eigenständig.
Die nächsten beiden Songs wurden von And Then You Die bzw. no Xivicdurch den elektronischen Fleischwolf gedreht. Aber keine Angst, nicht gleich die Flucht ergreifen. Unter elektronisch meine ich in diesem Fall so etwas "Dark Soundscapes", falls man sich darunter etwas vorstellen kann. Was es nicht ist: EBM oder etwas, das Das Ich derzeit produzieren. regime equinox hat eine düstere, verstörende Wirkung und mvsn ist ... naja .. durch den besagten Fleischwolf gedreht.
andOceans hat zumindest musikalisch nichts mehr mit den früheren musikalischen Werken zu tun, aber bei der bisherigen Wandlungsfähigkeit ist dies eine leicht widerlegbare Aussage... yerushalayim Erez haQodes ist ein düsterer, sich trotz schnellerem Tempo paradoxerweise etwas schleppender Song, der phasenweise zäh wie altes Motoröl aus den Lautsprechern quillt. Auf tophet hat man einen gewissen Niko Skorpio losgelassen und ha-Shoah durften wieder And Then You Die bearbeiten. tophet könnte mal als Dark Ambient beschreiben, während ha-Shoah ... verzerrtes Musikgut ist.
Das Projekt The Sin:Decay scheint sich als die Nachfolge der elektronisch-melodischen Existenz von ...and Oceans zu verstehen. Parallelen zu Pain sind nicht zu überhören. The Sin:Decay macht also dort weiter, wo man mit Cypher oder a.m.g.o.d. aufgehört hat.
we all are slaves ist noch als ... verträumt zu bezeichnen, celectial revulsion legt an Tempo und Härte etwas zu während bei dem Song mit dem Titel c76i8k76 die Elektronik noch weiter in den Vordergrund gerückt wird und eher auf Klangbilder denn auf Strukturen setzt.
Wer Gefallen an den elektronischen Spätwerken von ...and Oceans gefunden hat, ist mit dieser CD sicherlich gut bedient und bekommt einen guten Überblick des aktuellen Schaffens. Wobei das "ganz arge" Projekt O ausgeklammert ist und sowohl Havoc Unit mit h.IV+ wie auch The Sin:Decay mit Rehabilitation bereits vollwertige Albem am Start haben.
Rehabilitation kenne ich bislang noch nicht, aber h.IV+ kann ich uneingeschränkt empfehlen. Siehe dazu: HAVOC UNIT - h.IV+ (Hoarse Industrial Viremia)
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