Freitag, 30. Mai 2008

Review: Havoc Unit - h.IV+ (Hoarse Industrial Viremia)

Havoc Unit - h.IV+ (Hoarse Industrial Viremia)

2008 Vendlus Records [VEND029]



1. مبيد الدّيدان [Vermicide]
2. I.esus [The Liturgy of Inhumanity]
3. When Children Are No Longer Enough [C.oitus O.rgasm C.atholic K.ids]
4. Generation Genocide [Humanitarian Vivisection]
5. Viremia [Regime HIV+]
6. Kyrie Eleison [Totalitarian Libertarianism]
7. Nihil [Operation Blitzkrieg]
8. Man vs. Flesh [Structured Suicide]
9. Ignoratio Elenchi [Reversed Genesis]
10. Kill All Nations [The Manual of Terrorism]
11. Kristallnacht [From Revolution to Reconstruction]
12. Klan Korps [Volkssturm & Erregung]
13. Rape Scene Act I [The Fine Art of Quality Time]



Schwerste Geschütze, die Havoc Unit da auffahren! Ehemals bekannt als ...and Oceans und auch als andOceans, zwischendurch mal weniger bekannt als schlicht O und nebenher auch noch The Sin:Decay nennen sich die im positivsten Sinne durchgeknallten Finnen nunmehr Havoc Unit und haben mit h.IV+ ein neues Album am Start, das mit der schwarzmetallischen Vergangenheit absolut nichts mehr zu tun hat. Was geblieben ist, ist die überwältigende Qualität der Songs und das Metall.


h.IV+ ist ein mächtiges Teil Schwerindustrie, eine nihilistische, misanthrope Maschinerie, Hammer nicht Amboss. Das Album beginnt mit dem Ruf eines Muezzins (?) und geht über in eine musikalische Hasspredigt. Ich weiss beim besten Willen nicht, welche Gruppe ich als musikalische Referenz nennen könnte. Vielleicht die krasseste Mischung, die man sich aus Ministry, der ersten Scheibe von und als The Kovenant und Meshuggah vorstellen kann.


Wie, zum Teufel, soll ich diese musikalische Vorhölle beschreiben? Es kracht an allen Ecken und diese Ecken sind nicht einfach da, sie sind mit rostigem Metall beschlagen und es kracht an allen Enden und diese Enden sind mit Stacheldraht umwickelt. Meine Güte, das ist eine Kriegsmaschine, die Maschinengewehrsalven aus den Boxen zerfetzen alles, das es noch wagt nach den ersten Takten im Weg zu stehen. Oder zu stehen imstande ist.


Die Produktion passt wie die mephistopheles'sche Faust aufs Auge Gottes. Sterile Brutalität, falls es sowas gibt. Falls nicht, haben es Havoc Unit erfunden. Durchsetzt von gesprochenen verzerrten Samples und ein paar elektronischen Spielereien kommt eine neue Dimension von Industrial Metal aus den Boxen. Ach, wenn es sich zeitlich ausgegangen wäre, könnte ich schreiben, dass Satyr dieses Album meinte, als er in The Dawn Of A New Age "This is Armageddon!" schrie...


Kyrie Eleison ist Hochgeschwindigkeitsgeprügel auf höchstem Niveau, gefolgt vom verstörenden Nihil, dann wird bei Man vs. Flesh das von mit so heiss geliebte "Maschinengewehr" ausgepackt. Man kommt als Hörer keinen Moment zur Ruhe, ist ständig gefordert. Kein Album für den Hintergrund aber das würde die Musik auch gar nicht zulassen!


Es ist schon eine Zeit her, dass mich etwas derart umgeblasen hat. Deshalb kann ich nur eine unbedingte Kaufempfehlung für dieses Teil geben, Wahnsinn.