Dienstag, 27. Mai 2008

Review: God Dethroned - The Toxic Touch

God Dethroned - The Toxic Touch

2006 Metal Blade Records [3984-14587-0]



1. Faithless
2. Hating Life
3. 2014
4. Falling Down
5. On Wings Of Pestilence
6. The Day You Died
7. Away From Emptiness
8. Macabre World
9. Typhoid Mary
10. Fail To Exist


Bonus DVD: Live at Summer Breeze 2005


Nach dem überzeugenden, getragenden Nicht-Intro/36-Sekunden Song Faithless beginnt The Toxic Touch mit Hating Life richtig, richtig gut. Double-Bass Passagen ("Maschinengewehrsalven light") untermalen die melodiöse Gitarrenwand. Iron Maiden's Eddie winkt hinter den trashig gehaltenen Strophen hervor und offenbart sich in Gitarrenläufen. Überzeugend.

2014 war der Grund für den Kauf dieses Albums. Durchaus noch geradlinig zu nennen aber mit genug Abwechslung und Variation. Die rauhe Stimme kommt gut und mit genug Melodie aus den Boxen, ein Hauch von Hypocrisy weht durch die Lieder.


Falling Down ist ein grundsolider Song, insgesamt vielleicht ein wenig zu einfallslos, was den Refrain angeht um hervorzustechen, aber weit mehr als nur ein Füller.

On Wings Of Pestilence lässt schon viel mehr von der wirklichen Klasse der Band durchklingen. Ich bemühe (zum zweiten Mal) den Vergleich mit Hypocrisy. Zumindest was den (für eine trashige Band) melodiösien Chorus angeht. Klasse. Für mich das Highlight des Albums.


Ebenso The Day You Died: Ein Midtempo-Kracher allererster Güte mit unter die Haut gehendem Chorus. Großes Kino, meine Damen, meine Herren.

Danach wird es ruhiger. Zum ersten Mal eigentlich. Die ersten Lieder sind wie im Flug vergangen und haben keine Sekunde Langeweile aufkommen lassen. Away From Emptiness ist ein schönes Instrumental, drei Minuten lang und mit Gänsehautsolo. Mal durchatmen bevor es mit Macabre World wieder so richtig losgeht. Grandios wie Tempi und Melodien fast unbemerkt switchen, springen und doch stimmig ineinander übergehen. Typhoid Mary bemüht noch einmal ein getragenes Tempo und - ich wiederhole mich, ich weiss - hat einen eingängigen Chorus mit Ohrwurmcharakter.


Der Closer Fail To Exist vereint nochmal alle bisher zelebrierten Stärken. Fade out. Silence. Replay.


Ein wirklich gutes Album mit unbedingter Kaufempfehlung von mir. Intelligentes Textkonzept über eine apokalyptische Zukunft. Vollends überzeugende Musik ohne Lückenbüsser und ohne störende Schnörksel und mit einem enormen Batzen melodiösem Overkill. Nennen wir's mal so.


Die vorliegende limitierte Edition kommt mit einer Bonus DVD mit der Performance beim Summer Breeze Festival 2005. Kein Must-Have, aber wenn die CD wie in meinem Fall in Aktion war kann man ruhig zugreifen. Ist jetzt nicht gerade der optische Augenschmaus, aber noch haben God Dethroned nicht den Bekanntheitsgrad, um bei Festivals eine große Show auffahren zu können. Falls sie das überhaupt wollen.