Dornenreich - In Luft geritzt
2008 Prophecy Productions [PRO 097]
1. Drang
2. Unruhe
3. Jagd
4. Freitanz
5. Sehnlauf
6. Flügel in Fels
7. Meer
8. Aufbruch
9. Dem Wind geboren
10. Zauberzeichen
In Luft geritzt ist der poetische Titel des sechsten Studioalbums der österreichischen Formation Dornenreich. Es verfolgt wie auch schon seine beiden Vorgänger Durch den Traum und Hexenwind die rein akkustische Richtung. An Instrumenten werden alleine die Akkustikgitarre und die Violine aufgeboten.
Das Album eröffnet mit Drang, einem flotten Zusammenspiel aus Gitarre und Violine, das Tempo wird geschickt gedrosselt und wieder aufgenommen. Die geflüsterten Textfragmente lassen vieles ungesagt und den Hörer die Aufgabe zukommen, eine Interpretation zu finden.
Fast unbemerkt geht das Lied zu Ende und die Unruhe manifestiert sich auch musikalisch in Form von Spannungsbögen, die nie ganz geschlossen werden. Soll heissen: Der Ausbruch aus dem "Flammentrieb" bahnt sich an, vollstreckt sich aber nicht, wird geschickt verschoben und ins leise Off gestellt.
In dieser Art und Weise geht es weiter: sehr gekonnt erschaffen die beiden Musiker mit zwei Instrumenten plus Gesang unterschiedlichste Stimmungen. Von melancholisch über verträumt bis hin zu emotionsgeladenen "Ausbruchsstimmungen" (Sehnlauf, Aufbruch) wird einiges geboten.
Doch irgendwie will es bei mir dann doch nicht die große Begeisterung ausbrechen. Durch die selbst auferlegte Limitierung, was die Instumentalisierung anbelangt, geht man manche Wege zuerst vor und dann wieder zurück. Alles ist anderes und doch ist vieles ähnlich. Als hätte man sich in einem Wald verirrt, einem zauberhaften Wald wohlgemerkt, aber schlußendlich doch nicht viel mehr als Bäume.
Man merkt dem Album jede Minute lang an, dass es hochwertige Musik ist. Keine Frage, keine Kritik an der Sache. Es kommt auch keine Langeweile auf, es kommt eher Kurzweil auf - das Album vergeht wie im Fluge und - um ehrlich zu sein - ums es wirklich intensiv hören zu können, ist es zumindest mir dann doch wieder zu ... monoton?
Als Jemand, der Dornenreich mit Her von welken Nächten kennen gelernt hat, vermisse ich doch die Emotionsdichte früherer Tage. Wobei es ist ja legitim und wünschenswert, dass eine Band sich weiterentwickelt und neue Wege beschreitet und das soll nun wirklich nicht kritisiert werden. Diese beiden Alben zu vergleichen ist nicht möglich, das die musikalischen Konzepte zu sehr differieren.
Um zu einem Ende zu kommen: vielleicht packt mich das Album auch noch vollends. Es sei jedenfalls jedem nahegelgt, dem Teil eine Chance zu geben, wenn nicht zwei oder drei. Es dauert eine Weile, bis sich das Gefühl einstellt, das die Musik einem abverlangt.
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