Dienstag, 18. Dezember 2007

Dali oder Warum immer dann wenn

Seit 7 Tagen vernachlässige ich nun bereits wieder mein Lauftraining obwohl am 3. Dezember offizieller Trainingbeginn war. Nun gut, es bzw. ich lief nicht so schlecht, die gute Basiszeit über die 10km (frustige 37:27 sogar letzten Montag) war schnell wieder erreicht und auch die Dehnübungen sahen nach der ersten Woche wieder geschmeidiger aus und meine Zehen waren greifbar. Aber die Konstanz, die ich gerne an den Tag gelegt hätte fehlt mir und es stört mich dass ich es nicht so konsequent durchziehen kann wie ich mir das wünsche.

Nun ist der Dezember generell ein arbeitsamer Monat, dazu kommen diverse Geburtstage und dem entsprechende familiäre und freundschaftliche Verpflichtungen. Nicht, dass ich meine Familie oder Freunde nicht sehen will - im Gegenteil - aber es scheint noch nicht im wahren Ausmass durchgedrungen zu sein, wie verdammt wichtig mir meine Herumlauferei eigentlich ist.
Nun gut, es sind noch einige Monate bis zum ersten Lauf im Kamptal. Aber es ist nunmal so wie Salvador Dali es in dem Bild "Die Beständigkeit der Erinnerung" versucht hat darzustellen: Die Zeit verrinnt, die Zeit verfliegt.

Es gibt unter der Woche einen trainingsfreien Tag, den ich historisch bedingt bei meiner Familie verbringe. Dann kommen die Fragen, warum ich nicht mal einen Tag das Training ausfallen lassen kann. Schon sind es zwei Tage. Einen Tag in der Woche arbeite ich erfahrungsgemäss so lange, dass ich danach meinen Arsch nicht mehr in Bewegung setzen will. Schon sind es drei Tage. Bleiben 2 Tage und die sind auf Dauer gesehen nicht besonders leistungssteigernd. Leistungskonservierend höchstens wobei da ja mal zuvor Leistung zu erbringen wäre, was aus oben genannten Gründen derzeit nicht geht.

Nun hätte ich heute wirklich Lust gehabt, hätte mich grundsätzlich gesehen zu einer normalen Zeit aus dem Büro trollen können ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Dann beginnt das berühmte verzögerte "Es ist doch noch genug Zeit"-Symptom akut zu werden.

Der Eine sagt, er will was. Der Andere sagt, er macht was. Der Dritte wartet darauf, dass Er machen kann. Jetzt macht der Andere mal nichts. Der Dritte fragt den Anderen wo das, das der Andere hätte machen sollen bleibt. Der Andere sagt er macht es noch heute. Das heisst erfahrungsgemäss dass er es morgen macht und am Abend schickt was für den Dritten wiederum heisst, dass er es erst Übermorgen kriegt. Jetzt soll der Dritte aber bis morgen das machen, das er nur machen konnte, nachdem der Andere was gemacht hat. Bleibt dann um den Daumen herum unterm Strich so zirka nichts an Morgen über sondern bloss noch Heute Abend.
Also weht um 16:30 ein Lüftchen durchs Büro: "Kannst du mal kurz..." That's the way, aha aha, I like it.

Dann beginnen schleichende Faktoren zu greifen. Der Server ist so gut wie voll und so schnell wie ein lahmendes Muli. Es ist etwas gezeichnet aber keiner weiss so recht was und ob es stimmt und was schlussendlich draus werden soll. Und - ich schwöre es - der Computer stürzt ab, just zu dem Zeitpunkt, zu dem man sich denkt: Eigentlich sollte ich mal wieder zwischenspeichern. Jahaa, liebe Leute, ich weiss sehr wohl, dass diese "Mein Computer ist schuld" Witze nun schon Methusalems Bart an Länge bei weitem übertroffen haben. War aber so. Punkt. Aus.
Naja, weiter nichts passiert, die Daten waren "schnell" wieder hergestellt, aber die Minuten, sie fliessen dahin und am Ende bleibt nicht übrig vom Tag oder vom Abend.

Bleibt nur noch Zeit zu testen ob Einstein Recht hatte, ob die Zeit relativ ist und wenn ich mich schnell genug bewege... Mal sehen, was der Honda hergibt.